Anca Sturm – Der Welten-Express

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©Carlsen

 

Titel: Der Welten-Express

Autor: Anca Sturm

Verlag: Carlsen

Seiten: 246 Seiten (eBook)

Genre: Fantasy

 

 

Inhalt:

Nacht für Nacht sitzt Flinn Nachtigall am verlassenen Bahnhof von Weidenborstel. Vor zwei Jahren verschwand dort ihr Bruder Jonte spurlos. Nur eine Postkarte blieb von ihm zurück, auf der ein Zug abgebildet ist, den nur Flinn sehen kann. Und eines Nachts fährt plötzlich dieser mysteriöse Zug im Bahnhof ein! Ohne zu zögern, springt Flinn als blinde Passagierin auf und findet sich in einer unglaublichen Welt wieder, denn der Zug ist der magische Welten-Express. Flinn findet schnell neue Freunde, mit denen sie das Rätsel um das Verschwinden ihres Bruders lösen will.

Cover:

Das Cover ist wunderschön, detailreich und sehr verspielt. Der Zug und der Buchtitel nehmen einen zentralen Teil in der Gestaltung ein. Im unteren Bereich erkennt man Flinn und einige Charaktere des Buches. Das Zugticket, der Bumerang und das Teleskop bilden ebenfalls einen schönen Bezug zur Handlung. Richtig gut gefallen mir die drei Geistertiere, die einen besonders wichtigen Beitrag zur Story leisten.

Meinung:

„Der Welten-Express“ verspricht dem Leser eine Menge Magie, Abenteuer und ein außergewöhnliches Setting. Leider kann das Buch nicht halten, was es verspricht. Das Cover und der Prolog machen so neugierig und auch der Schreibstil fällt auf den ersten Seiten sehr positiv auf. Doch dann geht es nur noch bergab.

Der Welten-Express wird als magisches Internat auf Schienen beworben, doch davon spürt man beim Lesen herzlich wenig. Wo war die Magie? Das Setting wird ebenfalls sehr stiefmütterlich behandelt und eher lieblos beschrieben. Zwar lernt man die einzelnen Waggons des Zuges kennen, aber das war es dann auch schon. Ich habe mich auf keiner Seite wirklich angekommen oder heimelig gefühlt. Eigentlich hätte das Buch auch an irgendeinem x-beliebigen anderen Ort spielen können. Der Zug war zwar physisch immer da, aber für den Leser nie wirklich präsent. Ich finde es sehr schade, dass die Autorin da so viel Potential verschenkt!

Richtig in den Vordergrund drängt sich hingegen Flinns Suche nach ihrem Bruder Jonte. Das wäre für mich eigentlich gar kein Problem, wenn die Handlung dadurch vorangekommen würde. Flinn dreht sich zu oft im Kreis und macht nicht wirklich Fortschritte. Vielleicht ist es auch der Kürze des Buches geschuldet, dass einfach das Gesamtpaket nicht richtig ausgewogen ist. Wenn mehr Zeit für das Worldbuilding investiert worden wäre, hätte man auch definitiv einen besseren Spannungsbogen erzeugen können. Außerdem nimmt die Autorin dem Leser sehr die Freude an der Lektüre, da der Name „Jonte“ auf jeder Seite gefühlt fünfmal fällt. Irgendwann kann man es einfach nicht mehr lesen, wie toll Jonte ist, wie sehr Jonte vermisst wird und was wohl Jonte in einer Situation tun würde. Ich verstehe das nicht! Jonte ist präsenter als der magische Zug, um den sich das Buch doch eigentlich hauptsächlich drehen sollte.

Mit den meisten Figuren bin ich auch nicht richtig warm geworden. Anca Sturm bedient sich vieler gängiger Klischees und setzt nicht wirklich auf Individualität. Dennoch gab es ein paar Charaktere, die mir gut gefallen haben und die ich gern auf ihrer Reise mit dem Welten-Express begleitet habe.

Fazit:

„Der Welten-Express“ lässt mich wirklich unzufrieden und enttäuscht zurück. Die Grundidee ist wirklich gut und die angedachte Storyline hat so viel Potential für ein umwerfendes magisches Abenteuer, doch das wird bei Weitem nicht genutzt. „Der Welten-Express“ bleibt einfach hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit einem ausgereifteren Worldbuilding, anderen Prioritäten bei der Storyline und tiefgründigeren Protagonisten hätte ich wirklich eine tolle Lesezeit gehabt. Natürlich ist das nur meine Meinung und ich hoffe sehr, dass andere Leser Freude an diesem Buch haben werden. Schweren Herzens vergebe ich daher nur 2 Ananas.
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Vielen Dank an den Carlsen Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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