Cornelia Funke / Guillermo del Toro – Das Labyrinth des Fauns

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©Fischer Sauerländer

 

Titel: Das Labyrinth des Fauns

Autor: Cornelia Funke / Guillermo del Toro

Verlag: Fischer Sauerländer

Seiten: 213 Seiten (eBook)

Genre: Drama/Fantasy

 

 

 

Inhalt:

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges zieht die junge Ofelia mit ihrer hochschwangeren Mutter in die spanischen Berge, wo ihr grausamer und brutaler Stiefvater stationiert ist. Ofelia hat Angst vor dem Comandante und flüchtet sich so oft es geht in den dichten Wald, der ihr neues Zuhause umgibt. Dort trifft sie eines Tages auf einen Faun, der ihr eine neue, völlig magische Welt offenbart. Er hält Ofelia für die lang verschollene Prinzessin des unterirdischen Reiches. Um seinen Verdacht zu bestätigen, stellt der Faun dem Mädchen drei gefährliche Aufgaben. Wenn Ofelia sie löst, ist sie die gesuchte Prinzessin und kann somit ihren wahren Platz im unterirdischen Reich einnehmen. Ofelia möchte nichts sehnlicher als der Grausamkeit im Hause ihres Stiefvaters entfliehen und willigt schließlich ein.

Cover:

Das Cover ist ein wahres Meisterwerk und fängt für mich die düstere Stimmung des Buches perfekt ein. Wir sehen Ofelia an der Schwelle des Labyrinths, in dem der Faun Zuhause ist. Die knorrigen Bäume bilden um den Titel eine Art Portal und sorgen für eine besonders gruselige Atmosphäre, die mir eine richtige Gänsehaut beschert.

Meinung:

„Das Labyrinth des Fauns“ ist ein Buch, das mich wirklich eiskalt erwischt hat. Die Geschichte basiert auf dem Film „Pans Labyrinth“ von Guillermo del Toro und wird durch einige sehr fesselnde Kurzgeschichten aus der Feder von Cornelia Funke erweitert. Da ich den Film vorher nicht kannte, hatte ich ganz andere Erwartungen an meine Lektüre. Was zunächst wie eine sehr fantasylastige Story klingt, entpuppt sich als düsteres und vor allem tragisches Drama.

Der Einstieg fällt sehr leicht. Man lernt Ofelia und ihre Mutter während ihrer beschwerlichen Reise in die spanischen Berge kennen. Ofelia ist ein aufmerksames und aufgewecktes Mädchen, das sich nicht mit ihrer neuen Lebenssituation abfinden will. Fast zwanghaft klammert sie sich an die Märchenerzählungen ihrer frühen Kindheit, in der Hoffnung auf ihr eigenes Happy End. Dass sie sich dafür in Lebensgefahr begeben muss, ist ihr egal. Selbst in der dunkelsten Stunde verliert sie nicht den Mut und wächst schließlich über sich hinaus.

Schon ab der ersten Seite bezaubert Cornelia Funke mich mit ihrem einnehmenden und atmosphärischen Schreibstil. Die Autorin versteht es, die Figuren und das Setting lebendig werden zu lassen. Dadurch entsteht eine wunderschöne, aber zugleich auch schonungslos ehrliche und brutale Szenerie. Ergänzt wird der Plot durch außergewöhnliche Illustrationen und märchenhafte Kurzgeschichten, die die gesamte Storyline abrunden und wichtiges Hintergrundwissen zu den Charakteren und dem Setting liefern.

Obwohl man sich durch den Klappentext schon auf einige gewalttätige Momente einstellt, war ich dennoch nicht gegen die Fülle an menschlicher Grausamkeit gewappnet. Noch nie war ich beim Lesen emotional so mitgenommen. Dieser starke Kontrast zwischen den Gräueltaten des Comandante, den Wirren des Zweiten Weltkrieges und der Hoffnung eines kleinen Mädchens hat mich tief berührt und zum Nachdenken gebracht. Das besondere Highlight des Buches ist für mich jedoch das überraschende Ende. Ich hätte nie mit diesem Ausgang gerechnet und ich bin froh, dass Traurigkeit, Hoffnung und Trost so gut miteinander verwoben wurden und ein Finale schaffen, an das ich mich noch lange erinnern werde.

Fazit:

Cornelia Funke und Guillermo del Toro haben mich mit „Das Labyrinth des Fauns“ ab der ersten Seite gefesselt und in eine faszinierende Welt entführt, die mich erschüttert und gleichzeitig unglaublich berührt hat. Die gesamte Storyline ist wirklich außergewöhnlich und man muss sich einfach auf die Handlung mit ihren Höhen und Tiefen einlassen können. Mir ist noch nie ein so außergewöhnliches Buch begegnet und ich vergebe volle 5 Ananas.

ananas5

Vielen Dank an NetGalley und Fischer Sauerländer für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

5 Gedanken zu “Cornelia Funke / Guillermo del Toro – Das Labyrinth des Fauns

  1. Wenn dir das Buch so gut gefallen hat, schaue dir unbedingt den Film an. Allein bei der Melody, die ihr von Mercedes vor gesungen wird, bekomme ich eine Gänsehaut. Der Film ist atmopshärisch sehr dicht und spielt mehr mit den fantastischen Elementen und ist dahingegend weniger eindeutig als das Buch :)

    Gefällt 1 Person

  2. Huhu Kathi,

    ich mag den Film ja sehr, obwohl ich ihn nie vor dem Schlafen gehen schauen würde.
    Das Buch steht bereits im Regal, muss aber noch bis zum Urlaubs-Buddy-Read warten. Einerseits bin ich voller Vorfreude, andererseits habe ich auch ein bisschen Angst.
    Danke für die Rezi.

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

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